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Zietlitz -  Auszüge aus der Chronik Sukow 1348 - 2002

Am 15. Februar 1344 wird Zietlitz in einer Urkunde zum ersten Mal erwähnt.
Aus alten Archivunterlagen kann man folgende Namen von Besitzern bzw. Pächtern am Hofe Zietlitz zurückverfolgen:

  • 1632 wird bereits eine Elisabeth von Stralendorf nachgewiesen
  • 1633 Johann Christoph Voß
  • 1778 ein gewisser Rehm und ab
  • 1790 taucht bereits der Name Gotthard Heinrich Behrens auf und dann Georg Carl Behrens. 

 

Zur Zeit der Besitzer Behrens auf dem Dominal–Hofe in Zietlitz, wurde im Jahre 1816 eine Schätzung über die zu der Zeit vorhandenen Gebäude nach Wert und Baujahr angefertigt. Daraus ist zu entnehmen, dass folgende Baulichkeiten und deren etwaige Errichtungsjahre nachgewiesen werden:

I.     Ein Wohnhaus erbaut um 1768, Ständerwände, aus gemauerten Tafeln und Strohdach
II.    Ein Backhaus, erbaut ca. um 1778
III.   Ein Viehhaus, erbaut um 1776
IV.   Eine Scheune, erbaut um 1736, bereits sehr versackt und schief stehend
V.    Ein Pferdestall, erbaut um 1790
VI.   Ein Schafstall, bereits erbaut um etwa 1510. Zu der Zeit also ca. 300 Jahre alt
VII.  Ein alter Bauernkaten, sehr alt und durchgängig verfallen, abbruchreif
VIII. Ein zweihischiger Katen (Katen für 2 Familien), erbaut um 1808
IX.   Ein 2. zweihischiger Katen, gleich alt mit dem ersten 
X.    Ein vierhischiger Katen (Katen für 4 Familien), erbaut um 1790

Am Wohnhaus der Büdnerei 12, Zietlitzer Str. 8, ist noch ein aus Lehm gefertigter Fachwerkbau vorhanden, der aus der Zeit 1808 stammt. Es wird berichtet, dass jener Katen einst dem Vorfahren der Ihdes, Wilhelm Niebauer, der auf dem Hofe Tagelöhner und Vorarbeiter war, von der späteren Erbin Anna Behrens als Geschenk überlassen wurde.

HerrBehrensFrauBehrensNach Georg Carl Behrens wird dann Ludwig Behrens erwähnt, der 1908 in Zietlitz mit 48 Jahren verstarb. Seine eben genannte Ehefrau Anna Behrens, geb. Regenstein, war als Witwe die letzte Besitzerin des Hofes in Zietlitz und ließ das Gut, 443,8 ha groß, unter Aufsicht von Administrator Jerichau aus Raben Steinfeld, aufsiedeln. Ein Teil wurde an die Großherzogliche Forst verkauft. So entstanden von 1908 bis 1910 daraus 17 Büdnereien. Diese erstrecken sich über die ganze Zietlitzer Feldmark.


 

Der Störkanal ist 1945 zeitweilige Grenze zur amerikanischen Besatzung: Tausende russische Soldaten schlagen ihre Lager im Zietlitzer Wald auf. Die Standorte sind bis heute teilweise noch sichtbar. Viele Dorfbewohner verlassen aus Angst vor Raub und Vergewaltigung Haus und Hof. Sie bleiben über Wochen jenseits der Grenze im Tannenkrug bei Boldela, in Banzkow, Hoort und anderswo. Einige Familien verkriechen sich auf ihre Böden, während in den Wohnräumen die Russen kampieren. Aus den leerstehenden Häusern werden Türen, Fenster und Möbel entnommen und davon Baracken im Wald gebaut und eingerichtet. Ganze Scheunen werden von den russischen Soldaten entbrettert.

Als die Besitzer nach Wochen zurückkehren, finden sie Chaos vor. Nach etwa 10 bis 12 Wochen rücken die ersten Truppen aus dem Wald ab. Die heimgekehrten Bewohner holen sich aus dem Wald was sie noch vorfinden und richten sich allmählich wieder ein. Sie beginnen mit spärlichem Viehbesatz, um für sich und die Umsiedler im Dorf die notwendige Nahrung zu schaffen.


 

Fast hätte Zietlitz 1949 ein Kulturhaus erhalten. Da aber kam die Eingemeindung zu Sukow. Wenn diese Hochzeit der beiden Gemeinden den Zietlitzern zunächst auch schwergefallen ist, so feierten sie doch im Oktober des gleichen Jahres das erste gemeinsame Erntefest mit einem großen Festumzug von Erntewagen und Reitern.

1959 lässt eine Missernte und das hohe Soll etliche Zietlitzer ernsthaft den Schritt in die LPG überlegen. Es wurden oft unlautere staatliche Methoden angewandt. 1960 im März gründen sich die LPG ”Freier Bauer” Typ I. Einige Büdner wählten schon vorher den Weg in die LPG Typ III. 1971  tritt die LPG Typ I "Freier Bauer" mit 155 ha geschlossen in die LPG Typ III "Frohe Zukunft" Sukow über.


Bilderanhang Sukower Dorfchronik 2002, Quellen: Bildersammlung zur Dorfchronik Sukow 1348-2002, K.-G. Haustein 2001